Das Chaos ist perfekt
Dienstag, 25.10.2011
Die letzten Tage waren wirklich turbulent, da meine liebe Lyra während der Planung einige wirklich üble Fehler gemacht hat. Aber ich bin nicht nachtragend. Erstens, weil sie erst 24 ist, zweitens weil in dien Philippinen wirklich das Chaos regiert und besonders in der Bürokratie. Wenn du glaubst unser System ist kompliziert wenn man von Amt zu Amt hetzt für ein paar Stempel und Unterschriften, dann kann man hier noch mit dem Kopf schütteln und alles so akzeptieren wie es ist.
Die Fehler die Lyra gemacht hat beziehen sich auf das Aroma Resort und den Catering Service. Bei beiden hatte sie bezüglich der Hochzeit angefragt und sich die Kosten geben lassen. Nachdem ich ihr das Geld geschickt hatte, hat sie die jeweiligen Unternehmen in vollem Umfang bezahlt. Das war falsch. Üblicherweise gibt man nur einen ganz kleinen Betrag, z.B. 500 Piso (ca. 9 Euro) als Anzahlung. Falls man dann zurücktreten möchte, ist das Geld futsch.
Aber in der jetztigen Situation bezahlte Lyra Aroma Beach mit 10000 Piso (ca. 172 Euro) und den Catering Service mit 15000 (ca. 260 Euro). Das Problem dabei ist, wenn man zurücktritt muss man erheblich Einbußen hinnehmen.
Im Falle von Aroma Beach war ich es der Nein zum Resort gesagt hat, da wie die Bilder beweisen, das Resort in einem jämmerlichen Zustand ist und genauso jämmerlich sieht es vermutlich auf dem Konto des Besitzer aus. Er hat uns zu verstehen gegeben, das er wöchentlich 500 Piso zurückzahlen kann. Das ist von meiner Seite nicht akzeptabel, da ich mit diesem Geld das andere Resort bezahlen wollte.
Da wir nun garkein Resort mehr haben, brauchen wir auch keinen Catering mehr und die wollen mir nur 50% des Gesamtbetrages zurückgeben.
Also anstatt der erwarteten 25000 Piso wird nicht also viel zurückkommen....was mich zu der Entscheidung brachte, das ich auch nicht mehr zurückkommen werde. Diesen Land ist noch nicht soweit, anständig mit Touristen umzugehen.
All diese Probleme haben Lyra ziemlich zugesetzt, weswegen wir wieder ziemlich Zoff hatten. Letztendlich und da waren wir dann einer Meinung, zählt nur das wir heiraten und miteinander glücklich sind.
Daher wird in den nächsten Tagen die Hochzeit stattfinden und im Anschluss, sofern ich bis dahin ein wenig Geld zurückbekommen habe, ein paar Leute in ein Restaurant eingeladen. Naja...es hätte ja auch schief laufen können. :-)
Die Hochzeit in Minglanilla
Donnerstag, 27.10.2011
Nach einer sehr heißen Nacht (nicht was ihr denkt), wachten Lyra und ich gegen 7 Uhr auf. Ihr Cousin Giu schlief noch im Wohnzimmer, er ist bei uns geblieben. Langsam fing ich an so nach und nach alles für den heutigen Tag vorzubereiten.
Während nach dem Frühstück Giu und Lyra loszogen, um draussen zu fotografieren, ging ich unter die Dusche und stellte mich schonmal mental auf den heutigen Tag ein.
  
Lyra hatte draussen ihren Spaß und kam dann nach einer guten Stunden mit ihrem Cousin zurück. Ich war inzwischen schon angezogen und nun fingen auch die beiden anderen an sich zu richten. Gegen 11 Uhr waren wir alle fertig und mittlerweile ist auch mein Vermieter mit seinem Auto gekommen, der sich freundlicherweise für diesen Tag freinahm und uns und unsere Gäste an diesem Tag fuhr. Gegen 11:30 kamen dann auch alle Gäste: Papa Francisco, Mama Diodesa, Schwester Raya mit Kind und einem weiteren in der Röhre, Cousin Atanacio,Tante Marily und Grossmutter Nida. Zusammen mit Lyra, Giu und mir waren wir nun neun. Mit meinen Vermieter und Rayan, Raya´s Freund waren wir elf. Damit war die Gruppe vollständig.
 
Papa Francisco und Mama Diodesa (links) Grossmutter Nida und Schwester Raya mit Sohn (rechts)
 
Tante Marily (links), sie hat vieles was Lyra verbockt hat wieder gerichtet. Cousin Atanacio und Giu (rechts)
Gemeinsam fuhren jetzt zum Richter nach Minglanilla. Dort wurden wir um 13:00 Uhr (7:00 Uhr in Deutschland) getraut. Bevor es aber dazu kam, mussten wir warten, weil wir etwa 40 bis 50 Minuten zu früh waren. Ein Mitarbeiter des Richters hat nochmals unsere Personalien gegengescheckt und dann hieß es nur noch warten...hier ein kleiner Clip.
Dann war es endlich soweit. Ein Amtsdiener rief uns in einen sehr kleinen Raum, wo ein eher gelangweilter Mann mit weissem T-Shirt und grauer Stoffhose auf einem Stuhl auf uns wartete. Nachdem Lyra, ich uns unsere Gäste ihre Plätze einnahmen stand der Mann auf, machte das Radio aus und zog sich eine Richterkutte an. Nun begann die Trauung. Der Richter nannte unsere Namen und fragte mich in gebrochenem Englisch, ob ich mit dem philippinischen Gesetz vertraut bin und ich mir der Verantwortung eine Filippina zu heiraten bewusst bin. Ich verneinte, natürlich im Bewusstsein, das ich jetzt ordentlich aufgeklärt werde. Das gehört einfach dazu. Auch wenn ich ja gesagt hätte, gäbe es diese Predigt. Als Ausländer ist es daher ratsam sich umfassend über alles zu informieren und vor Ort sich dumm zu stellen. Das erleichtert einiges.
Nach Beendigung der Belehrung mussten wir ihm einige Sätze nachsprechen, die nur schwer verständlich waren. Anschliessend einige Zeilen aus einem Text laut vorlesen und anschliessend wieder einige Sätze nachsprechen. Das alles ging so schnell rum, das ich völlig die Aufforderung überhört hatte Lyra zu küssen. Lyra selbst wirkte, wie man im Video sieht auch ziemlich zerstreut und beim Kuss hat sie völlig versagt. :-)
Aber...seht selbst....
Im Anschluss an die Trauung sind wir in ein All-You-Can-Eat Restaurant gegangen. Mehr hat mein restliches Budget einfach nicht zugelassen. :-(
 
 
Allerheiligen
Dienstag, 01.11.2011
Allerheiligen wird in den Philippinen etwas anders gefeiert als bei uns. Während wir lediglich nur tagsüber auf den Friedhof gehen, um unserer Verstorbenen zu gedenken und die Gräber mit frischen Blumen schmücken, artet es dort ein wenig aus. In den Philippinen übernachtet man auf dem Friedhof. Eigens dafür sind in einer grösseren Kapelle Betten im Stil eines Sarges aufgebaut. Auch für das gemütliche zusammensitzen und quatschen, dort "bonding" genannt ist gesorgt. Tische und Bänke gebaut aus Särgen sind reichlich vorhanden. Bei kommt da echt der Gruselfaktor auf...
 
 
 
 
 

Home sweet Home
Donnerstag, 03.11.2011
Die letzten Tage vor meinem Abflug war Lyra wieder im Gefühlschaos. Das zeigte sich dahingehend, das sie erst so süß wie ein kleiner Engel war und Stunden später so kotzig ist, das ich manchmal echt bereue mich auf sie eingelassen zu haben. Aber, ich kenn sie besser und ich darf niemals vergessen das sie erst 24 ist und eigentlich noch ein Kücken. In unserer Beziehung muss ich der vernünftigere sein und sie leiten, wenn sie mich lässt. Nur das mit den lassen gestaltet sich meist ziemlich schwer. Den in ihrem Kopf herrscht das reinste Chaos, was kein Wunder ist, wenn man bedenkt wo sie aufgewachsen ist. Ich bin jedenfalls fest davon überzeugt, das, wenn sie nach Deutschland kommt, ruhiger und entspannter wird und ich denke das sie dann auch lernen wird den Wert des Geldes besser zu schätzen.
Achja, ich sitze gerade am Flughafen Doha. Es ist grad halb ein Uhr nachts (04.11.2011) und ich hab noch rund 7 Stunden Wartezeit auf meinen Flug nach Stuttgart. Im Augenblick wird ein Flug nach Frankfurt geboardet. Ich denke, ich lass Lyra über Frankfurt nach Deutschland kommen. So lange zu warten, kann ich ihr nicht zumuten.

Freitag, 04.11.2011 2:55 Uhr in Doha
"Nur" noch 5 Stunden bis zu meinem Flug. 4 Stunden sitze ich schon hier und würde auch gerne ein entspanntes Nickerchen machen, wie so manch anderer Passagier hier. Doch ich muss ja auf meine Sachen hier aufpassen. Warten am Flughafen nervt. Besonders im Ausland wenn man mit Fremdwährungen zu tun hat und die eigene Bank Abhebungen aus nicht EU Länder verweigert. Brauche dringend ein anständige Visa Karte. Mit meiner Prepaid Visa hab ich auch nur negative Erfahrungen gemacht.Wie gerne würde ich mir jetzt was gutes zu Essen holen und ne dabei ne Coke geniessen. Verdammt, bin ich müde...warten nervt!!!
Soweit nun mein Bericht von meinem diesjährigen Urlaub. Ich hoffe, es hat Spaß gemacht ihn zu lesen und ich freue mich immer über Feedback entweder auf Facebook oder in meinem Gästebuch. Bis bald.
Hier noch ein paar Impressionen von meinem Abflug aus Doha...
 
 
 
 
 
 
 
 

|